In Deutschland sind insgesamt 3 Mio. Menschen an Schuppenflechte erkrankt. Sie suchen Heilung bei Lichttherapien im Hochgebirge und an Küstenregionen, insbesondere am Toten Meer. Die Lichttherapie ist schon seit dem Altertum eine bekannte und bewährte Heilmethode von chronischen Hauterkrankungen. Schuppenflechte, medizinisch "Psoriasis", wurde im Mittelalter als "Krätze" und "Aussatz" bezeichnet. Erkrankte, die sich viel der Sonne aussetzten, erfuhren und erfahren weiterhin stets Linderung oder sogar Abheilung.

Aus dieser alten Erkenntnis heraus hat sich in den letzten 30 Jahren die dermatologische Lichttherapie etabliert. Anfangs behandelte man die Schuppenflechte mit Breitband-UVB-Bestrahlungen und dem Baden der Patienten in Totem Meersalz (häufig auch in Kombination mit Teeranwendungen). Von dieser Methode war und ist man abgerückt: Hochmoderne Lichtquellen können nur den langwelligen UVB-Lichtteil emittieren. Damit können kurzwellige UVB-Bestrahlungen, von denen man ein höheres Krebsrisiko annimmt, weitgehend vermieden werden.

Ebenfalls ein Novum in der dermatologischen Lichttherapie ist die Weiterentwicklung der UVA-Bestrahlung. Hier wurde früher die gesamte Haut durch die Einnahme einer "lichtallergisierenden" Substanz, das Psoralen, für UVA-Licht sensibilisiert. Langwelliges UVA-Licht kann tiefer in die Haut eindringen als kurzwelliges UVB-Licht. Unter Zuhilfenahme eines chemischen oder auch eines natürlichen Hilfsmittels können entzündliche Zellen durch solch eine UVA-Bestrahlung in der Haut regelrecht "abgetötet" werden. Heutzutage baden Patienten die gesamte Haut in einer speziellen Lösung und vermeiden somit die Tablettenaufnahme und eine 6 bis 8-stündige fotoallergisierende Wirkung der Tabletten.

Spezielle Bestrahlungsgeräte mit hochentwickelten Filtersystemen ermöglichen es sogar, dass langwelliges UVA-Licht in den Wellenlängen über 340 nm gebündelt wird. Sie strahlen so auf die Haut, dass auch bei hohen Dosen über 50, 70 oder gar 100 Joule/cm² kein Sonnenbrand entsteht und keine Überhitzung der erkrankten Haut einsetzt. Bei Patienten mit Neurodermitis kann so nach 10 bis 15 Behandlungen mittels der Hochdosis-UVA 1-Therapie eine völlige Erscheinungsfreiheit erreicht werden.

In Frankfurt erfolgt die Lichttherapie mit Teilkörperbestrahlung UVA/UVB und die Fotochemotherapie Teilkörperbereich mit PUVA. In Hanau steht der UVB 311 nm-Excimer-Laser zur Verfügung. Diese Therapie haben wir in Pioneerarbeit in Deutschland etabliert und verfügen über die meiste Erfahrung der gezielten UVB-Lichttherapie in Deutschland. Das derzeit in Europa modernste Lichtbestrahlungsgerät zur langwelligen UVA-Therapie bei Neurodermitis, u. a. bei Kindern (UVA1-Therapie) wird gerade im Rahmen einer Studie am Klinikum Stadt Hanau getestet.