Im Februar 2011 erhielt Prof. Ockenfels auf Antrag der Med. Fakultät Mannheim die außerplanmäßige Professur im Fachgebiet Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Rupprecht Karl Universität Heidelberg.

Bericht zur Professur von Dr. Ockenfels

Laserscanmikroskopie öffnet Fenster in die Haut

  •     Hautklinik Hanau bietet neue Präventionsdiagnostik
  •     für Freizeit- und Spitzensportler
  •     Kooperation mit der Stiftung Sporthilfe Hessen
  •     Michael Groß unterstützt Vorsorgemaßnahmen für Sportler

Das Klinikum Hanau ist in Hessen führend in der konfokalen Laserscanmikroskopie, die ein „Fenster in die Haut" öffnet und eine ebenso schmerzfreie, schnelle wie sichere Diagnose ermöglicht. Prof. Dr. Hans Michael Ockenfels, Leitender Arzt der Haut- und Allergieklinik am Klinikum Hanau, hat ein neuartiges dermatologisches Präventionsprogramm entwickelt, das sich auf eine hochgefährdete, aber im Bereich von Studien und Aufklärungsmaßnahmen bislang vernachlässigte Bevölkerungsgruppe konzentriert, auf die Freizeit- und Spitzensportler. Eine Kooperation zwischen Medizin und Sport unterstützt den neuen Ansatz.

Der Mensch braucht die Sonne. Sie fördert das Wohlbefinden, stimuliert das Immunsystem und ist für die Bildung von Vitamin D in der Haut notwendig. Doch gerade die Haut, das größte Organ des Menschen, ist durch die Sonnenbestrahlung einem besonderen Risiko ausgesetzt. Mediziner haben einen dramatischen Anstieg von Hautkrebs festgestellt. Die Fallzahlen stiegen innerhalb der vergangenen 20 Jahre um das Fünffache. Mittlerweile werden pro Jahr in Deutschland mehr als 200.000 Neuerkrankungen festgestellt. Es sind vor allem aktive Menschen und allen voran Sportler, die überdurchschnittlich gefährdet sind. Sportler trainieren oder absolvieren oft ihren Sport während der intensiven Sonnenzeit zwischen 11.00 und 15.00 Uhr. Zudem trainieren sie in den Wintermonaten oftmals in äquatornäheren Gegenden und erhalten so zusätzlich eine doppelt so hohe UV-Belastung im Vergleich zu einem durchschnittlichen Hochsommertag in mitteleuropäischen Breiten.
 

Die vier Säulen des dermatologischen Präventionsprogramms

Moderne Diagnostik eröffnet dank neuer Untersuchungsmethoden ausgezeichnete Chancen der Früherkennung. Einen bedeutenden medizinischen Fortschritt bietet die konfokale Laserscanmikroskopie. Sie öffnet schnell und schnittfrei ein Fenster in die Haut und ermöglicht zellgenaue Fotos in Echtzeit. Vorreiter in Hessen ist das Hautklinikum Hanau. Prof. Dr. Hans Michael Ockenfels hat die neue Technik in die klinische Praxis eingeführt und für Freizeit- und Spitzensportler ein neuartiges dermatologisches Präventionsprogramm entwickelt. Ziel ist es, die sportlich aktive Bevölkerung über Risiken zu informieren und zu sensibilisieren. Grund für überzogene Beunruhigung und eine grundsätzliche Warnung vor Sonnenbestrahlung besteht allerdings nicht. Aktive Menschen, die regelmäßig zur Vorsorge gehen und einige Schutzmaßnahmen berücksichtigen, können Sport und Sonne sehr gut vereinbaren.

Das Programm gründet auf vier Säulen. Zunächst wird das individuelle Risiko anhand einiger statistischer Größen bestimmt. Zudem erfragt der Dermatologe die Vorerkrankungen, ermittelt den individuellen Grad der  Gefährdung und berechnet über die Trainingszeiten den Wert „UV-Index-Stunden pro Jahr“. Die zweite Säule setzt auf die hohe Leistungs- und Aussagefähigkeit der fokalen Laserscanmikroskopie. Laserlicht durchdringt die Hautschichten, misst die Hautdicke und liefert wertvolle Untersuchungsergebnisse. So können chronische und akute Sonnenschäden sowie Hautkrebsvorstufen durch das Auflichtmikroskop gründlich bestimmt werden. Falls Hautschäden festgestellt werden, beschreibt die dritte Säule die Maßnahmen für eine erfolgreiche Therapie. Lichtverursachte Hautschäden lassen sich bei fachgerechter Behandlung vollständig beseitigen. Dies ist sowohl möglich durch Laserabtragung mittels Erbium-Yag-Laser-Therapie, Entfernen von Lichtschäden und Hautflecken mittels Rubin-Laser und fotodynamischer Lichttherapie. Die vierte Säule dient der individuellen Beratung. Der Dermatologe wertet die Trainingspläne des Athleten aus und ermittelt den UV-Index der einzelnen Sportstätten. Er bestimmt die frühere und die künftige UV-Belastung. Auf Basis des Hauttyps gibt er fundierte Empfehlungen für eine exakt angepasste UV-Filter-Creme. Die Säulen stützen einander und bewirken eine optimale Prävention für Freizeit- und Spitzensportler.
 

Kooperation mit der Stiftung Sporthilfe Hessen

Hautkrebsprävention bei Sportlern – diesem Ziel dient eine Kooperation zwischen der Haut- und Allergieklinik Hanau unter Leitung von Prof. Ockenfels und der Stiftung Sporthilfe Hessen. Bei richtiger Vorbeugung und vernünftigem Verhalten bei Sonnenlicht können, unterstreicht Prof. Ockenfels, sowohl Freizeit- wie auch Spitzensportler lichtinduzierte Hautschäden und damit das Krebsrisiko weitgehend vermeiden.

Prof. Dr. Heinz Zielinski, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Sporthilfe Hessen, begrüßt die enge Zusammenarbeit zwischen Medizin und Sport. Gerade Vorsorgemaßnahmen stellen eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Förderkatalogs dar. Ziel ist es, künftig jedem geförderten Sportler die kostenlose Teilnahme am dermatologischen Präventionsprogramm der Hautklinik Hanau zu ermöglichen. Der Fokus liegt vor allem auf Sportarten, die überwiegend im Freien ausgeübt werden – allen voran Leichtathletik, Rudern und Kanu.

Unterstützung finden die Kooperationspartner in den Reihen ehemaliger Leistungssportler. Michael Groß, der früherer Weltklasseschwimmer und Olympiasieger, weiß aus eigener Erfahrung – durch zahlreiche Trainingslager in Australien und Kalifornien – um die Belastungen, denen gerade Sportler durch hohe Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Er begrüßt das in Deutschland einzigartige Projekt und die stärkere Konzentration auf den Vorsorgemaßnahmen.

Die Stiftung Sporthilfe Hessen unterstützt talentierte Sportler, die für einen hessischen Verein starten – vom vielversprechenden Nachwuchsathleten bis zum Spitzensportler. Aktuell betreut die Stiftung rund 250 Athletinnen und Athleten auf ihrem Weg in die nationale und internationale Spitze. Gezielte Fördermaßnahmen wie Zuschüsse zu Internats-, Fahrt- und Trainingslagerkosten sollen jungen Leistungssportlern helfen, ihr Potential zu entfalten. Spitzensportler sollen darin unterstützt werden, ihr Leistungsvermögen in internationale Erfolge umzuwandeln. Zunehmend sollen auch gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen wie das von Prof. Ockenfels entwickelte Präventionsprogramm in die Förderung einfließen.